Meine Top 5 2015: Meine besten Bücher

Bei einigen von Euch habe ich gelesen, dass sie gnadenlos gescheitert sind beim Versuch, ihre Lieblingsbücher des vergangenen Jahres zu benennen. Nun, ich lese sehr viel, und irgendwie hatte ich das Gefühl, im Jahr 2015 war enorm viel Durchschnitt oder sogar Müll dabei, dass ich mich nicht wirklich schwer tue, die fünf Bücher rauszusuchen, die ich toll fand. Hier ist die Top 5 allerdings kein Ranking, das würde mir dann doch zu schwer fallen. Aber diese Bücher haben gleichermaßen mein Leseherz erobert:

1. Die Analphabetin, die rechnen konnte – Jonas Jonasson. Ich habe eine Bestsellerphobie, und hochgelobte Bücher, möglichst noch mit einem „Spiege-Bestseller“ Aufkleber versehen, machen mir Angst. Ich lese sie entweder nie, oder erst Jahre später, wenn der Hype vorbei ist. Auch an dieses Buch habe ich mich lange nicht herangetraut – doch bereits nach den ersten paar Seiten war ich fasziniert. Die Geschichte von der Afrikanerin Nombeko, die zwar nicht lesen kann, aber dafür ein Rechengenie ist und plötzlich mit den Obersten der Weltpolitik über Atomwaffensprengköpfe diskutiert, ist skurril, ich musste seitenweise wirklich laut lachen und ganze Seiten zum puren Vergnügen nochmal lesen. Skandinavischer Humor vom Feinsten, Abstrusitäten en masse und vehemente Kritik an der Weltpolitik und am Fundamentalismus machen dieses Buch zu einen absoluten Lesehighlight, was intelligenten Humor angeht. Es ist allerdings ein Humor, der nicht jedermanns Sache ist – aber bei  mir hat er ins Schwarze getroffen.

2. Das Rosie-Projekt – Graeme Simsion. Ein ähnliches Phänomen wie Buch Nummer 1, hat mich auch hier der Bestsellerstatus lange abgehalten. Aber auch hier – eine skurrile Hauptfigur, megakomische Situationen und die Suche nach Liebe – war ich nach wenigen Seiten begeistert. Es ist einfach zu komisch, den nach eigener Aussage „sozial inlompetenten“ Don dabei zu begleiten, wie er per Fragebogen versucht, die Frau fürs Leben zu finden. Doch die einzige, die ihn fasziniert, beantwortet die wirklich wichtigen Fragen falsch…ob das was werden kann? Lesespaß wurde es jedenfalls, und zwar mächtig. Ich habe wohl eine Schwäche für „seltsame“, ungewöhnliche Protagonisten, scheint mir…

3. Wir in drei Worten – Mhairi Mc Farlane. Zwischendurch mal was fürs Herz und ein immer aktuelles Thema. Was tun, wenn es zwischen Dir und Deinem besten Freund nach Jahren funkt? Kämpfst Du um diese Liebe oder versuchst Du sie zu verdrängen? Was, wenn beide in Beziehungen stecken? Locker leicht für zwischendurch, zeigt das Buch, dass man die große Liebe festhalten sollte, aber dazu verdammt viel Mut braucht. Vielleicht nur etwas für Romantikerinnen, aber einfach zu schön…

4. Die Pilgerjahre des farblosen Herr Tazaki – Haruki Murakami. Einst waren sie eine Clique von 5 Freunden auf dem College, ihnen stand die Welt offen. Nach der gemeinsamen Schulzeit zieht Tsukuru nach Tokio, aber die Freundschaft bleibt bestehen. Bis ihn die Freunde bei einer Rückkehr schneiden, sich verleugnen lassen und nicht mehr mit ihm zu tun haben wollen? Warum nur? Tsukuru versteht es nicht, es geht ihm sehr schlecht. Erst Jahre später kann ihn seine Freundin Sara überzeugen, herauszufinden, was damals passiert ist…in diesem Buch wird eine Geschichte erzählt, wie sie tagtäglich überall passieren könnte. Dass sie nicht ins Belanglose, Alltägliche abrutscht, ist der Schreibweise Murakamis zu verdanken. Leise, poetisch und bewegend schildert er die Sorgen und Nöte seines Protagonisten, zeigt ihn verwundbar, traurig und einsam. Die Angst, die jeder hat, alleine und einsam alt zu werden, wird hier fast greifbar. Traumhaft stilsicher formuliert, enthüllt Murakami die damaligen Ereignisse und lässt Tsukuru Frieden schließen. Dazu die wunderbare Atmosphäre Japans – ich habe dieses Buch wirklich geliebt und bin Murakami einmal mehr verfallen…

5. Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel – Bradley Somer. Ihr mögt Episodenfilme, bei denen man am Anfang noch überhaupt keine Ahnung hat, um was es geht und sich die Fäden erst in den letzten Szenen verweben? Dann ist das Euer Buch. In einem Hochhaus fällt ein Goldfisch aus dem 27. Stock und sieht im Fallen in verschiedene Fenster. Die Geschichten der Menschen, die dort wohnen, verweben sich zu einem Schicksalspuzzle, das so perfekt ineinander passt, dass ich zum Schluss nur noch gestaunt habe. Jeder noch so kleine Faden wurde untergebracht, jede Begebenheit hatte ihren Sinn. Dabei konnte man lachen, weinen, staunen oder mitfiebern, es war für jede Stimmungslage etwas dabei. Ganz großes Kino, und ob der Goldfisch, der übrigens Ian heißt, den Sturz überlebt, das findet ihr einfach raus, indem ihr das Buch selbst lest! 🙂

In diesem Sinne hoffe ich in diesem Jahr auf mehr Lesehöhepunkte, auf dass mir im neuen Jahr die Auswahl schwerer fallen möge – und auch auf die Zeit, die ganzen Bücher auch zu lesen. Letzteres dürfte wohl das größere Problem darstellen…

Morgen geht es hier übrigens um Musik, also: stay tuned!

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