Archiv | November 2015

Zurück auf „Anfang“ – geht das?

Ich bin immer wieder darüber erstaunt, wie das Leben so spielt. Mehrfach hatte ich schon Situationen in meinem Leben, in denen ich „neu“ anfangen musste. Sozusagen von vorne, weil ich zuvor meinte, aus meinem bisherigen Leben ausbrechen zu müssen, um eine ganze neue Richtung einzuschlagen. Aber wie heißt es so schön: a leopard doesn’t change its spots. Ein neues Leben klappt halt nicht immer, und schon gar nicht bei mir.

Zuletzt hatte ich diesen Impuls vor knapp 9 Jahren. Ich habe meine Koffer gepackt und frohgemut mein Leben und fast alle Menschen darin zurück gelassen. Dieses Jahr musste ich feststellen, dass ich sozusagen den Fehler meines Lebens gemacht habe damit. Ein Fehler, den ich insofern nicht bereue, weil er mir vieles gezeigt hat. Unter anderem auch, dass man nicht einfach so alles hinter sich lassen sollte, was einem wichtig war. Und so flicke ich jetzt mein Leben wieder zusammen. Was mich daran besonders überrascht: es geht tatsächlich. Die Menschen, die mich lieben, nehmen mich auf, als wäre ich nie großartig weg gewesen. Was mich besonders beschämt, weil ich sie ja irgendwie verlassen habe. Als wären sie nicht mehr gut genug für mich, als wären sie mir egal. Auf der Suche nach Selbstverwirklichung, auf meinem eigenen Egotrip. Mit der Illusion, ohne sie glücklich sein zu können. Wie kann man so blöd sein? Diese Menschen sind so lange mit mir gegangen, und ich lasse sie einfach alleine…

Mein Herz schlägt heute wieder ganz laut, weil es jemanden gibt, der mich auch nach dieser langen Zeit nicht vergessen hast. Der mir heute so liebe Mails geschrieben hat, dass ich hier sitze und ein wenig wehmütig vor mich hin weine. Es ist einfach nur schön, zu wissen, wie viel man anderen Menschen bedeutet. Danke…

Song des Tages

Für alle, die sich wie ich jedes Jahr wie ein Kind nach Weihnachten sehnen. Dieser besonderen stillen und wunderbaren Zeit im Jahr, die mir so unglaublich viel bedeutet. Diese endlos scheinenden Tage, in denen man das Jahr Revue passieren lässt, glücklich und wehmütig zugleich ist und die Emotionen nur so blubbern. Das bedeutet für mich Weihnachten. Für andere bedeutet es vielleicht Stress, weite Reisen und Konflikte…

Für alle, egal ob sie Weihnachten lieben oder hassen, ist dieser wunderbare Song der wunderbaren Chrissie Hynde, für mich eine der wunderbarsten Stimmen der Rockmusik.

Song des Tages

U2 ist eine Band, die ich am ehesten mit Wein vergleichen möchte. Mit dem Alter wird sie immer besser. Komischerweise gefallen mir fast alle Phasen dieser Combo bis auf die frühen Sachen (Pride oder so finde ich einfach nur noch abgenudelt). Bono wird immer heißer, und obwohl seine Stimme unverwechselbar und auf den ersten Ton erkennbar (bei anderen Sängern würde ich „langweilig“ sagen) ist, ist doch jeder neue Song wieder ein Erlebnis.

Es gibt derzeit einen Song, der mich innehalten lässt, um ihn zu genießen, ihn wirken zu lassen, und ich bekomme jedes Mal Gänsehaut: „Song for Someone“. Und wie ich diesen Text liebe: „You let me into a conversation, a conversation only we could make. You’re breaking into my imagination, whatever’s in there is yours to take.“ Poesie pur mitten ins Herz.

Mein Serienfreitag 45-15

Serientechnisch habe ich mich in letzter Zeit ein wenig verzettelt, was kein Problem darstellt bei mir bereits bekannten Serien. Bei Serien, die ich nicht kenne, ist das Durcheinandergucken manchmal ein wenig verwirrend. Nichtdestotrotz war der letzte Freitag mal wieder meiner Lieblingsformatform gewidmet. Im Programm waren:

Californication„, hier bin ich mittlerweile in der dritten Staffel angekommen. Hat sich die Serie um Hank Moody bis jetzt für mich kontinuierlich weiter entwickelt, empfinde ich die dritte Staffel als erheblichen Rückschritt. Hier geht es wirklich um Sex, um Sex und um Sex. Interessant ist hier die Figur der Sue Collini, hervorragend verkörpert von einer etwas füllig gewordenen Kathleen Turner, aber sonst? Es wird hier gev***, dort gef***, das ist mir einfach zu viel. Kriegt Hank Moody noch die Kurve? Wir werden es sehen.

Als zweites gab es bei mir eine Art Premiere. Und zwar versuche ich immer wieder Serien, die wirklich gute Kritiken erhlaten, aber bei mir nicht zünden. Ich habe zwar keinen Mainstreamgeschmack, aber Intelligenz weiß ich durchaus zu schätzen. Und so versuchte ich es zum xten Mal mit „Dexter„. Das war bestimmt mein vierter Versuch. Mag es daran liegen, dass ich sonst gerne Originalversionen gucke, aber dieses Mal gelang es der ersten Episode in deutscher Sprache, mich für eine ganze Serienlänge an den Bildschirm zu fesseln. Ich stehe ja total auf Psychopathen und Profiler, und ich habe mich immer gefragt, warum diese Serie bei mir nicht zündet. Nun hat sie es geschafft, dass ich eine Episode überlebt habe, und ich war nicht einmal froh, als es vorbei war. Also werde ich weiter schauen. Gelobt sei die Geduld!

Um mich zu belohnen, gab es nach der erfolgreichen Dexterisierung noch zwei Folgen „My Name is Earl„. Earl ist ein Lotteriegewinner, sogenannter White Trash, der sein Los verliert und dann eine Liste guter Taten erstellt, weil er der Meinung ist, dass er nur Gutes erfahren kann, wenn er sein Karma verbessert. Ich könnte mich wegschmeißen, wenn dieser Einfaltspinsel über die Mattscheibe stolpert. Zumal er noch mit seinen guten Taten sehr liebenswert rüberkommt. Dazu sein trotteliger Bruder Randy, die bitchy Exfrau Joy – das ist Spaß pur, wenn man nicht allzu viel denken will.

Und so war mein Serienfreitag genau so schnell, wie er begonnen hat, wieder vorbei, er hat allerdings wirklich viel Freude gemacht.

Song des Tages

Ich liebe Musik, das ist ja nichts Neues. Und ich liebe Musik, die die passenden Lyrics zu meiner jeweiligen Situation hat. Klar muss die Melodie stimmen, aber der Text ist mir mindestens genau so wichtig. Ich habe viel erlebt in diesem Jahr, und so langsam lenkt sich das Jahr wieder in ruhigere, wenn auch nicht weniger aufregende Bahnen. Ich habe erfahren dürfen, welche Menschen zu mir halten, wem ich wichtig bin, und genau so habe ich erkannt, was und wer wichtig für mich ist. Lang genug hat es ja gedauert. Irgendwer stand auf der Leitung…

„Nothing’s holding back the two of us, Baby, this is getting serious“ singt Sam Martin in der Akustikversion des David Guetta Hits „Dangerous“. Ich mag ungewöhnliche Versionen meiner Lieblingssongs, und das ist definitiv eine sehr gelungene. Ich sag nur: Jahrhundertmelodie! Und nun ja, die Lyrics sind auch nicht gerade unwichtig für mich…

Neulich an der FH

Skurrile Situationen gibt es an der FH, an der ich studiere und arbeite, oft. In den verschiedensten Kontexten, meist mit involvierten Profs und Dozentinnen, aber manchmal schaffen wir es auch unter uns Studentinnen. So gestern, als einige von uns ganz schnell nach dem Seminar noch den Bus erwischen mussten. Das ist aber auch blöd getaktet bei uns, die Seminare enden um Irgendwas-Fünfzehn, und der Bus fährt vierzehn…

Eine von uns hatte ihr Handy in die Steckdose gesteckt, um es zu laden, hatte es dann aber so eilig, dass sie es prompt vergessen hat. Während drei drumrum standen und jammerten „Oh je, sie hat ihr Handy vergessen!“, sagte die nächste: „Kein Problem, ich ruf sie schnell an!“ Ich dachte mir so: ja wie denn bitte? „Du, wie willst Du sie denn erreichen, wenn ihr Handy hier ist?!?“ Pause – und schallendes Gelächter. Wir haben noch zehn Minuten später darüber gelacht. als schon längst eine andere Kommilitonin aus dem Bus verständigt war.

Vielleicht sollten wir uns doch alle chippen lassen, um solche Probleme künftig zu vermeiden… 🙂