Archiv | Oktober 2015

Song des Tages

Ich muss ja immer etwas anders ticken als andere, und so suche ich auch immer nach Musik, die man in Deutschland weniger kennt. Da ich grundsätzlich kein deutsches Radio höre, weiß ich auch nichts mehr über die hiesigen Hitparaden, und so bin ich dann doch immer ganz erstaunt, was dann doch so alles hier bekannt und vor allem erfolgreich ist. Falls ich mal bei jemand im Auto mitfahre, der sich partout nicht auf meinen US-Sender einlassen möchte, muss ich halt doch gewisse Kompromisse eingehen. Das tut manchmal schon weh, sag ich Euch…

Vor einigen Wochen habe ich im US-Radio einen Song entdeckt, der sehr ungewöhnlich ist. Rap mit Reminiszenzen an die Achtziger, dazu ein gesungener Refrain, der mich von der Klavierbegleitung und der Singstimme an Meatloaf erinnert. Und der Beat, hach, der Beat…dem musste ich dann wochenlang nachjagen, bis ich endlich wusste, wer da zu Werke geht. Ein Song über bitte was? MOPEDS? Ja, so etwas gibts, und auch das augenzwinkernde Retrovideo macht höllischen Spaß und versüßt mir den Herbst. Kein Song für die breite Masse, das ist klar. Aber da will ich ja auch nicht hingehören…*g*

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Mein Serienfreitag 42 -15

Heile Welt. Ich hatte sie nie, und deswegen muss ich sie manchmal per Serie zu mir holen. Auch wenn ich dann feststellen muss, dass es sie selbst da nicht gibt. Es tut trotzdem gut, Serien zu gucken, die die Seele wärmen, denn man fühlt sich dann zumindest nicht ganz so alleine…

Deshalb fiel meine Wahl am letzten Serienfreitag zunächst auf die 3. Staffel von „Nashville„: In Deutschland ist Countrymusic völlig zu Unrecht leider immer noch verpönt, aber Contemporary Country Music steht der heutigen Popmusik in nichts nach. In Nashville, dem Mekka der Countrymusik, kämpfen die alternde Diva Rayna James und das aufstrebende Sternchen Juliette Barnes, grandios verkörpert von Klitschko-Freundin Hayden Panettiere, um die besten Plätze in den Charts. Dazu kommen persönliche Niederlagen und Triumphe, Abhängigkeiten, Erpressung, Politik, ungeplante Vaterschaften und Bäumchen-wechsel-Dich-Beziehungen. Eine Serie wie das wahre Leben, wie ein Kitschroman irgendwie, aber doch manchmal unglaublich wahrhaftig und schmerzhaft. Und vor allem mit unglaublich wunderbarer Musik. Wenn das blonde Rehaugen-Bambi Scarlett singt, halte ich das kaum aus. Überhaupt sucht jeder hier nach seinem Platz im Leben, wenn das nicht wahr ist, dann weiß ich auch nicht. MIr gefällt es jedenfalls. Zumal ich die USA und speziell diese Gegend unglaublich liebe.

Als zweite und neue Serie gab es die erste Folge von „Hart of Dixie“. Ebenso warmherzig und liebenswürdig, wie die Südstaaten nun mal sind, geht es hier um die frischgebackene New Yorker Ärztin, die nach Alabama zieht, weil ein dortiger Arzt sie eingeladen hat, seine Praxis zu übernehmen. Dort angekommen, stellt sie fest, dass der Arzt seit einiger Zeit verstorben ist und sie die Praxis zur Hälfte vererbt bekommen hat. Klischee, Klischee, taucht bereits vor dieser Erkenntnis ein Sahneschnittchen an Kerl auf, von dem man bereits ahnt, dass er eine große Rolle in dieser Serie spielen wird…

Ja, altbekannte Versatzstücke, in der Tat, aber mit der entzückenden Rachel Bilson in der Hauptrolle, der wunderbaren Gegend (hatte ich schon erwähnt, dass ich diesen Teil der USA liebe?) und der warmherzigen Story dürfte das zumindest für mich ein wahrer Hauptgewinn werden. Hier werde ich definitiv weitergucken, denn die Serie erinnert mich an einen Mix aus „Men in Trees“ und „McLeods Töchter“ minus die Pferde, und das ist für mich nie verkehrt. Hach, ich fürchte, der Herbst wird sehr, sehr – äh, spießig…*lach*

Frage des Tages: Friedhof

ich bin zur Zeit mangels Auto öfter mal mit dem Bus unterwegs, und seither beschäftigt mich die folgende Frage:

„Warum steigen am Friedhof immer nur alte Leute aus?“

Als ich da ein wenig weiter darüber nachdachte (mein Geist macht sich oft in sehr skurriler Weise selbständig), fiel mir auf, was das noch bedeuten könnte:

„Es steigen dort nie oder fast nie alte Leute ein.“ (grusel)

„Ich komm auch am Krankenhaus vorbei auf meinem Weg zur Arbeit. Sind die Leute, die dort aussteigen, dann alle krank?“

„Und was ist mit den alten und kranken Menschen, wo steigen die aus?“

Und last but not least:

„Warum bin ich morgens laut eigener Aussage zu müde, um zu denken – aber für so einen Scheiß reicht’s noch?!?“

Und ihr, was fällt Euch zum Thema Busfahrt und / oder Friedhof ein? 🙂 Have a good day!

Song des Tages

Was haben wir in den Neunzigern alle gehört? Klar. Nirvana. Alle. Bis auf eine, nämlich mich. Sorry, aber ich verstehe bis heute nicht, was Musikfans aus aller Welt an der nervignöligen Heulboje Cobain finden und fanden. Überhaupt war mir dieser ganze Grunge-Zirkus unbegreiflich. Musik für die Dunkelheit dieser Generation – ja, klar. Man mag sich streiten, fest steht, ich hätte auch gut ohne die Grunge-Welle überleben können. Zumal es eben auch noch andere Bands in dieser Zeit gab. Zum Beispiel die Smashing Pumpkins. Was habe ich diese Band geliebt…

Und mich lange nicht an ihre neuzeitlichen Sachen getraut, aus Angst, den Mythos zu zerstören. Aber es traf sich gut, dass ich diese Woche ein wenig malad und gelangweilt zu Hause war und da noch „Oceania“, das 2012er Werk der Kürbisse auf mich wartete. Zuerst dachte ich auch noch: was um Himmels willen ist das denn? Aber dann, da war er: mein göttlicher Ohrwurm, mein Ear Candy. Ein Song, den ich sofort auf Endlos-Repeat stellte. Und passenderweise heißt er auch noch „The Celestials“, die Himmlischen.

Besonders angetan hat es mir die Wohnzimmerversion von Billy Corgan. Billy, falls Du das lesen solltest: ich würde Dich gerne heiraten – vorausgesetzt, Du singst mir jeden Abend einen Song! 🙂

Meine letzten Buchzugänge…

haben sich, so wie es aussieht, abgesprochen, denn die Titel sind recht ähnlich. Und noch witziger finde ich, dass das eine Buch von einer Lizzi handelt, während ich das andere Buch von meiner lieben Lesefreundin Lizzy bekommen habe! What a coincidence…

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Begonnen habe ich tatsächlich schon beide – da ich im Moment krank im Bett liege, aber nicht so unfit bin, dass ich nicht lesen mag, ist diese Lesezeit ein ziemliches „Geschenk“, auch wenn der Hals kratzt wie Hölle. Aber den brauch ich ja fürs Lesen nicht…

Ich bin sehr gespannt, was die beiden Krimis, die unterschiedlicher nicht sein können, mir bringen werden…

Der Duft des Geldes

Wie riecht eigentlich Euer Arbeitsplatz? „Häh?“ fragt ihr jetzt vielleicht, „wieso soll der riechen“? Nun, es gibt doch immer irgendwelche spezifischen Gerüche – leicht ist es, wenn ihr in einem Handwerksbetrieb arbeitet, denn eine Tischlerei riecht bestimmt nach Holz, ein Blumenladen nach Erde und Pflanzen – und auch Arztpraxen und Krankenhäuser haben einen bestimmten, wenn auch nicht unbedingt für jeden positiven Geruch. Also, wie riecht es bei Euch?

Wenn ich in das Gebäude komme, in dem ich arbeite, riecht es noch nicht. Doch je weiter ich nach unten komme – ich muss zwei Stockwerke tiefer, bin dann aber noch nicht im Keller, da das Haus an einen Hang gebaut wurde – um so geruchsintensiver wird es. Seltsamerweise riecht es im Treppenhaus auf meinem Stock oft nach Essen, aber meist nach anderen Dingen als denen, die es in der Mensa gibt, die noch dazu im Nebengebäude ist. Ob da jemand heimlich sein Süppchen rührt?

Wenn ich dann die Tür am Gang meines Büros aufziehe, kommt der charakteristische Geruch auf mich zu, an dem ich mein Büro auch mit verbundenen Augen wiedererkennen würde. Es riecht nämlich nach einer Mischung aus Staub und feuchten Socken. Wie Sportwäsche, die nach dem Training einen Tag zu lange feucht in der Sporttasche geblieben ist. Ehrlich! Das liegt wohl daran, dass unter dem Hang angebllich eine unterirdische Quelle verläuft, die das Gebäude in früheren Zeiten auch schon mal unter Wasser gesetzt hatte. Und wenn im Raum nebenan Vorlesung der BWL’ler ist, riecht es obendrein auch gerne noch nach verschiedenen Deos und Aftershaves, vor allem morgens. Das macht das Umkleideraumfeeling irgendwie perfekt.

Trotzdem muss ich jeden Morgen grinsen, wenn ich diesen Geruch rieche – weil ich eben meinen Job wahnsinnig gern mache und dieses Aroma für mich mittlerweile dazu gehört. Besser als das fürchterliche Parfüm meiner früheren Chefin ist es allemal, auch wenn feuchte Socken nicht unbedingt nach einem Traumduft klingt. 🙂 Mir gefällt’s so!

Mein Serienfreitag 41-15

Auch in Woche 41 des aktuellen Jahres gab es Serien satt, wobei „Serien“ übertrieben ist. Eine alte und eine neue, um genau zu sein. Und die alte ist nicht „Breaking Bad“…

Oh ja, es kam, wie es kommen musste. Nachdem mich die erste Folge „Californication“ sehr neugierig gemacht hatte, guckte ich fleißig weiter, sodass ich am Freitag schon den Anfang der zweiten Staffel im Player hatte. Die erste Staffel endete mit einem Mega-Cliffhanger – sollte Hank Moody wirklich seine Traumfrau bekommen? Sah tatsächlich so aus, aber wer weiß das schon, nachdem noch einige Staffeln folgen? Dann wohl doch eher nicht…

Die zweite Staffel begann gewohnt verrückt, allerdings kam mit der zweiten Episode gleich eine, die ich wirklich nicht mochte. Kennt ihr das, wenn es Serienfolgen Eurer Lieblingsserien gibt, die ihr auf den Tod nicht ausstehen könnt? Ich habe teilweise richtige Hassfolgen, in denen nichts passiert, die doof oder langweilig oder in der Personen auftauchen, die ich nicht mag. In dieser zweiten Folge kommt Moody für kurze Zeit ins Gefängnis, und in dieser Folge war mir auch das Sexuelle irgendwie zu übertrieben und frauenfeindlich. Auch wenn hier mit Lew Ashby eine neue Figur erschien, die ich mir durchaus gerne angucke. Hier gefällt mir sowohl die Optik des Schauspielers als auch die Rolle – er spielt einen Musikproduzenten, der immer ganz herrliche Vintage-Metalshirts trägt. Und er fügt der Künstlerwelt um Literaten und Malern die musikalische Komponente hinzu, das passt sehr gut.

Interessant finde ich auch, wie die Serie im Verlauf der ersten Staffel Hank Moody von einem bloßen Womanizer zu einem Mann werden lässt, der damit kämpft, seine Misserfolge zu verarbeiten, aber auch gleichzeitig seine Teenagertochter zu erziehen, für sie da zu sein, obwohl er sich streng genommen nicht mal richtig um sich selbst kümmern kann. Da steckt doch etwas mehr dahinter als nur die Jagd auf Frauen und das süße Leben, da steckt auch viel Normalität drin. Ich denk, vieles davon kennt jeder, der Kinder großzieht. Hank Moody wird sympathischer und greifbarer, und ich freue mich darauf, weiterzugucken.

Und was gab es letzten Freitag Neues? Entschieden habe ich mich für eine Testfolge „Royal Pains“. In dieser US-Serie geht es um einen aufstrebenden jungen Chirurgen, der leider im Dienst eine falsche, eine sehr falsche Entscheidung trifft. Ein Patient stirbt, und Hank Lawson findet sich völlig diskreditiert in den Hamptons, einem Urlaubsgebiet der Superreichen wieder. Dort arbeitet er ab sofort als „Doktor auf Bestellung“.

Die erste Folge hat mich jetzt nicht superbegeistert und total überzeugt, es ist aber durchaus eine Serie, die ich weiter verfolgen werde. Sie hat einen guten und etwas rotzigen Humor, einen sympathischen Hauptcharakter, und sehr positiv ist mir die Musik in der ersten Folge aufgefallen. „Shut up and let me go“ von den Ting Tings rotierte jedenfalls gleich am nächsten Tag mal wieder in meinem CD-Player. Ich bin sehr gespannt, wie es hier weitergeht. Die Serie scheint sehr erfolgreich zu sein, denn umsonst dreht Amerika keine acht Staffeln einer Serie. Mal sehen, wie schnell ich wieder einen Arzt brauchen werde…