Darf man das?

Heute möchte ich ganz persönlich werden und Euch etwas von mir erzählen, das ich sehr lange für mich behalten habe. Nur meine engsten Freunde wussten davon, und auch nicht gleich. Aber ich bin jetzt in der Lage, darüber zu reden – weil es mir ein neues Leben eröffnet hat. Und zwar geht es um meine erst kürzlich erfolgte Trennung.

Am 20.6. eröffnete mir mein Mann – nach einer Meinungsverschiedenheit – dass er sich von mir trennen wolle.Und während mich das erst einmal einige Tage in ein völliges Chaos gestürzt hat, sagte irgendetwas in mir: Du warst doch schon lange nicht mehr glücklich, also ist es doch gut so. Und natürlich ist das jetzt auch wahnsinnig verkürzt wiedergegeben, zumal wir in der ersten Zeit noch versucht haben, die erste Trennungsphase in der gemeinsamen Wohnung zu bewältigen. Das ging mal so gar nicht. Aber dann ist er ausgezogen und seither kann ich wieder atmen, mich selber finden. Es tut so gut, endlich wieder für mich zu sein, den Schmerz nicht mehr ertragen zu müssen, mit jemandem zu leben und doch kein Teil seines Lebens sein zu können. Es gehören immer zwei Menschen dazu, wenn eine Beziehung nicht mehr funktioniert, und ich habe sehr gelitten und sicher auch viel falsch gemacht – er vielleicht auch. Wer weiß. Er hat sich nie mitgeteilt.

Nun ist schon eine ganze Zeit vergangen – und ich hatte den Sommer meines Lebens. Wunderbare Erlebnisse, neue Freunde, neue Bekanntschaften, durchlebte und durchredete Nächte – und da habe ich mich gefragt: darf ich so kurz nach einer Trennung schon wieder so glücklich sein? Um mich gleich darauf selber zu maßregeln: warum soll ich nicht glücklich sein dürfen? Wenn ich nicht glücklich bin, dann liegt das ja auch nicht an den anderen Menschen, sondern allein an mir. Wenn ich glaube, dass ich das nicht verdient habe – dann bitte.Aber da kann und darf ich auch niemand anderen verantwortlich machen. Das Glück kommt allein aus mir. Durch mich.

Und aus diesem Grund kann ich sagen: ja, ich darf das. Glücklich sein. Das Leben genießen. Manchmal habe ich das Gefühl, das Leben fängt erst jetzt wieder richtig an. Ich bereue kein Jahr, keine Erfahrung, denn sie alle haben mich dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Direkt ins Glück. Mit eine Perspektive für hoffentlich viele Jahre. Mit Freunden, die ein Leben lang zu mir halten werden. Mit Erlebnissen, von denen ich meinen Enkeln erzählen könnte, wenn ich mich nicht irgendwann gegen Kinder entschieden hätte. Ich kann es kaum glauben, dass aus solch einem Desaster so etwas Positives entstehen kann…

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